Der selbstsüchtige Riese (7. Juni)

Sieben Jahre war er fort. Als der Riese heimkehrt, findet er seinen Garten voller spielender Kinder. Doch anstatt ihre Freude zu teilen, baut er eine hohe Mauer. Von nun an ist der Garten leer, die Vögel verstummen, und der Winter zieht ein mit Nordwind und Hagel. Überall kehrt der Frühling ein, dann Sommer und Herbst – nur im Garten des Riesen bleiben der Winter und eisige Kälte.
​Die Mauer hält nicht ewig. Als die Steine bröckeln, klettern die Kinder zurück – und mit ihnen kehren Sonne, Blüten und Leben ein. Ein einziges Kind aber bleibt zurück, weinend und hilflos. Das berührt selbst den Riesen. Er erkennt, wie selbstsüchtig er war. Er hilft, das Kind dankt ihm – und sein Herz wird weich. Die Mauer fällt, der Garten öffnet sich.

Im Museumshof (Kasper-Hauser-Platz 1)